Die Etappen durch die Pala - Dolomitengruppe

Vom Cereda Pass zum Passo Valles

Nördlich vom Ceredapass beginnt die Etappenbeschreibung der Durchquerung für die Palagruppe. Im Gegensatz zu den Feltriner Dolomiten bewegen wir uns hier eine Etage höher, durch wilde Gesteinsformationen und einer Felsenlandschaft, die einmaliger nicht sein kann. Vielleicht der landschaftliche Höhepunkt der Dolomiten Fernwanderroute 2. Ihr solltet Euch aber nach schneereichen Wintern nicht vor Anfang Juli auf den Weg machen und bei Nebellagen ist die Durchquerung auch kein Genuß.

Cima d`Oltro in der Pala Dolomiten Gruppe
Cima d`Oltro in der Pala Dolomiten Gruppe

7.Etappe - zum Rifugio Treviso

Passo Cereda, 1361m  zum Rifugio Treviso, 1631m

Steig 718 - 1000 Hm - 4:15 Std.

 

Diese schöne Etappe des Dolomiten Höhenweges 2 wird von den meisten in umgekehrter Richtung begangen. Wir wandern ja in nördlicher Richtung und so kommen uns gelegentlich Fernwanderer entgegen.

Eindrucksvolle Felsformationen, verlassene Almen, uralte Jagdgründe und grandiose Aussichten lassen diese Etappe zum Erlebnis werden.

Gut markierte Steige und eine problemlose lange Wanderung wartet auf uns.

Etwas westlich vom Passo Cereda zweigt ein Karrenweg in nördlicher Richtung ab. Nun diesen entlang bis zu einigen Ferienhäusern und weiter bergan zum Wiesensattel Col Molinai. Hier steigen wir über eine undeutliche Spur links haltend auf. Erst weiter oben wird der Steig deutlicher und Markierungen und Hinweise zeigen uns, dass wir richtig unterwegs sind.

Nun über einen freien, steilen Berghang empor bis nahe der Waldgrenze. Hier quert man eben nach rechts und kommt an einen Sattel mit einer Wegteilung. Beide führen weiter. Weiter geht der Aufstieg schräg nach oben. Dann wendet sich der Steig scharf nach rechts und quert eben einen Hang weiter, während in der Tiefe die typischen Grasbänder steil abfallen. In leichtem Auf und Ab verlassen wir den Hang der Rocchette und kommen vorbei an der Ruine einer kleinen Hütte. Wir überqueren die Einbuchtung, welche zur Forcella Gamberina hinaufführt und folgen dem Ostfuß der Cima d`Oltro. Nun einige Rinnen überqueren und weiter zur Einmündung einer steilen Rinne. Durch diese steigen wir sehr steil zur Forcella d`Oltro, 2094 m, auf.

Nun geht es in westlicher Richtung durch den Vallon d`Oltro in das Val Canali tief hinunter bis etwa 1650 m Höhe, wo eine Weggabelung uns nach rechts, Norden führt. Weiter fast eben wandern wir zum Rifugio Treviso dahin.

Das Val Canali in der Pala Dolomiten Berggruppe
Das Val Canali in der Pala Dolomiten Berggruppe

8.Etappe - zum Bivacco Minazio

Rifugio Treviso, 1631m  zum Bivacco Minazio, 2250m

Steig 711 - 750 Hm - 2:30 Std.

 

Leichte, etwas anstrengende Wanderung in die Hochregion der Pala Dolomiten Berggruppe. Morgens von der Sonne verwöhnt.

Von der Trevisohütte steigt man in Kehren in den Talgrund der Val Canali ab. Einen Wildbach überqueren und zur anderen Talseite, weiter die markierte Spur bergan in den Wald. Immer weiter in leicht westlicher Richtung berghoch. Wir befinden uns im steilen Graben des Vallon delle Lede. Durch Latschenkiefer und über grasdurchsetzte Schrofenhänge steigen wir weiter auf. Immer bergan folgen wir dem Aufstieg. Nach den letzten freien Steilstufen gelangen wir auf eine Terrasse, auf welcher das Bivacco Minazio steht.

 

Unbekannte südliche Pala - Dolomitengruppe
Unbekannte südliche Pala - Dolomitengruppe

9.Etappe - zum Rifugio Pradidali

Bivacco Minazio, 2250m  zum Rifugio Pradidali, 2278m

Steig 711 + 709  - 600 Hm - 2:15 Std.

 

Anspruchsvollere Etappe über den Passo delle Lede. Stellenweise etwas leichtes Kraxeln notwendig. Bei Nebel auf die Markierungen achten.

Links haltend vom Bivacco Minazio führt der Steig 711 über die grasdurchsetzten Hänge der Lastei di Fradusta bergan. Oben, fast am Bergfuss der südlichen Felsmauer der Cima Fradusta wendet sich der Steig weiter nach links und man gelangt über Geröll in eine kahle Mulde des oberen Vallon delle Lede. Weiter führt eine kurze Schuttrinne zum Passo delle Lede, 2695 m.

Hier fällt der Blick direkt auf die gelbe Ostwand der Pala di San Martino. Die Markierungen weisen nach rechts in fast ebener Querung zum Passo della Fradusta und dem darauf folgenden Passo Pradidali Basso. Wir steigen aber direkt in das Val Pradidali hinunter. Über Schrofen, wo auch eine Quelle entspringt, und meist schneebedeckten Terrassen, gelangen wir an den Rand einer Steilwand, über die wir 40 Meter absteigen müssen - Schlüsselstelle der Etappe. Der Fels ist gut griffig und im 1.Grad zu Klettern. Danach trifft man den Steig 709, der uns links haltend problemlos zum Rifugio Pradidali führt.

 

Cima Pradidali - in der Pala Dolomiten Gruppe
Cima Pradidali - in der Pala Dolomiten Gruppe

10.Etappe - zum Rifugio Rosetta

Rifugio Pradidali, 2278m  zum Rifugio Rosetta - Pedrotti, 2581m

Steig 715 + 702  - 500 Hm - 2:30 Std.

 

Ein weiterer landschaftlicher Höhepunkt am Dolomiten Höhenweg 2. Grandiose Bergbilder und Felsenzacken begleiten uns auf dieser Etappe. Trittsicherheit notwendig. Wer einen Nebeltag erwischen sollte, was im Frühsommer mit viel Altschnee des Öfteren passieren kann, wird außer der Wegspur nicht viel sehen.

Mein Tipp: Eine Pala Dolomiten Durchquerung nicht zu früh im Sommer unternehmen, wenn Ihr grandiose Landschaftsbilder erleben wollt.

An der Rückseite der Pradidalihütte steigt man dem Weg folgend über einen Hang zu einer flachen Mulde auf. Der Steig verläuft zwischen großen Felsblöcken durch eine Bergsturzzone bergauf in eine weitere öde Mulde. Nun den Hang berghoch zum Passo di Ball auf 2443 Meter Höhe, eine breite Einsattelung zwischen der Cima Pradidali und dem Campanile Pradidali.

Jenseits geht es in das Val di Roda hinunter, auch Vallon di Ball genannt. Nach einer Schutt- oder Schnee Tour kommt eine Steilstufe. Mit Hilfe von Sicherungsseilen klettern wir über Schrofen zu einem schmalen Band hinüber, queren eine senkrechte Felswand recht ausgesetzt und gelangen so auf einen guten Weg. An einen gewaltigen Felsblock vorbei führt der Steig zu einer Weggabelung. Über die grüne Terrasse des Col delle Fede, 2278m erreichen wir den Passo di Roda, 2583m und weiter eine Geröllmulde querend das Rifugio Rosetta.

 

Monte Mulaz - in der Pala am Dolomiten Höhenweg 2
Monte Mulaz - in der Pala am Dolomiten Höhenweg 2

11.Etappe - zum Rifugio Mulaz

Rifugio Rosetta, 2581m  zum Rifugio Mulaz, 2571m

Steig 703 - 600 Hm - 4:15 Std.

 

Langer und anstrengender Übergang an der Ostseite der nördlichen Pala Dolomiten Gruppe. Landschaftlich erlebnisreiche Bergtour. Der Sentiero delle Farangole erfordert gute Trittsicherheit und gilt als der schönste Abschnitt in der Pala.

Der Steig 703 führt von der Rosettahütte über Steinplatten nach Nordosten und trennt sich bald vom breiten Weg. Links haltend geht es leicht bergab zu einer markanten Bergrippe. Kurz davor führt ein schmales Schottertal nach links hinunter. Wieder links haltend geht der Steig an grasigen Hügeln des Col dei Cantoni vorbei. Eine felsige Rinne führt nun zur Mündung der Val delle Galline hinauf. In steten Auf und Ab quert man über die Ausläufer der mächtigen Cima delle Comelle mit ihren  felsigen Rinnen, teilweise Seilsicherungen.

Diese recht lange Querung ist bei Nässe recht unangenehm, geht es doch gut 400 m hinunter in den Abgrund.

Auf 2290 m Höhe folgt eine Wegkreuzung, wir bleiben auf unserem Weg, umgehen einen Bergsockel und auf nun guten Steig etwas tiefer hinunter in das obere Valgrande. Weiter führt die Route nun steil berghoch, die Schlucht ist schottrig und mit Hilfe von Stahlseilen erreichen wir den Passo delle Farangole auf 2814 m Höhe. Dieser hohe Übergang ist der einzige begehbare Weg im Verlauf der nördlichen Pala Kette. Wir erblicken den mächtigen Monte Mulaz. Jenseits durch die Rinne absteigen, gefolgt von einer weiteren Querung, wieder einen Geröllhang hinunter und über weitere erdige Hänge hinüber zum sichtbaren Rifugio Mulaz.

 

12.Etappe - zum Passo Valles