Die Tagesetappen durch die Bosconero Dolomitengruppe

Vom Passo Cibiana zum Rifugio Casera di Bosconero - 1457 m

Rifugio Casera di Bosconero
Rifugio Casera di Bosconero

470 Hm. + 2:45 Std. - Kurzer und aussichtsreicher Übergang zur Hütte

Wegbeschreibung:

Von der Passhöhe Cibiana geht es in westlicher Richtung zuerst mal 60 m die Straße entlang. Nun links ab auf eine Schotterstraße. Nach einem Rechtsbogen eine weitere Straßenteilung, hier links ab, weitere 100 m weiter, gefolgt nun von einem markierten Bergsteig, welcher in südlicher Richtung durch Mischwald bergan in die Ostflanke des Spiz de Copada uns leitet. Der Bergsteig CAI 485 geht bei einer weiteren Wegteilung halbrechts ab. Bis hierher besteht eine kleine Verlaufgefahr und bitte auch nicht zur Casera Copada wandern, wir bleiben oberhalb von dieser Hütte.

Nun führen bezeichnete Wegspuren leicht bergauf. Wir kommen in die Talschlucht der Forcella de le Ciavazole. Weiter nun recht steil hier berghoch in diese Scharte auf 1994 m zwischen dem Sfornoi Nord und der Cima Pala Anziana. Schöner Rastplatz mit grandioser Aussicht.

Jenseits der Forcella de le Ciavazole geht es eine sehr steile Geröllrinne "Giaron de la Grava" hinunter. Jedes Jahr führt der Steig in einer anderen Variante bergab, eine sehr lebhafte Geröllrinne. Am Besten geht es immer noch an der linken Begrenzung entlang. Einen Sperrriegel wird rechts umgangen, auf Markierungen hier achten. Weiter kommt eine waagrechte Querung zu einem großen Geröllhang. Nun linkshaltend bergab in einen Graben und jenseits wieder in den Wald gehend bergan.

Nun südwärts laufend einen steilen Berghang queren, später bergab zu einer Quelle. Nun auf wiederum gutem Wanderwege durch einen Lärchenwald südlich hinunter auf eine Bergwiese. Kurz nochmals im Wald entlang auf die schöne Waldlichtung kommend, wo das Rifugio Casera Bosconero auf 1457 m romantisch gelegen steht.

 

Zum Bivacco Osvaldo Tovanella - 1668 m

Bivacco Osvaldo Tovanella
Bivacco Osvaldo Tovanella

1150 Hm. + 6:00 Std. - Großartiger und anspruchsvoller Übergang

Wegbeschreibung:

Die nun folgende 6 stündige Bergtour ist sicher eine der anspruchsvollsten und großartigsten Etappe auf dem Dolomiten Höhenweg 3. Eine gute Kondition und etwas Klettererfahrung, auch mit größerem Rucksack, solltet ihr hier mitbringen. In den meisten Führerbüchern wird eine leichte Variante ohne diese großartige Bosconero Durchquerung beschrieben. Das halte ich für übertrieben. Wer bis hierher gewandert ist, schafft auch diese Etappe. Früh genug aufbrechen solltet ihr aber.  Ganz wichtig !  Auf dem ganzem Weg gibt es keine einzige Quelle mit Trinkwasser.

Vom Rifugio Casera Bosconero über eine Wiese nordostwärts zu einer Wegteilung: Hier rechts ab. Durch Lärchenwald und über Latschenkiefer steil berghoch bis zur Waldgrenze. Weiter auf einem Geröllhang hoch zu einer weiteren Wegteilung bei etwa 1700 m mit Wegweiser. Hier weiter gerade aus hoch.

Durch eine Rinne auf gut markierten Bergsteig kommen wir zu einer Gabelung, wir halten uns links und steigen anstrengend über Geröll und Schutt durch eine steile Schlucht hoch zur Forcella de la Tovanella auf 2150 m. Großartige Schau nach Süden.

Jenseits dieser Scharte geht es etwa 150 Hm. über Geröll und Wiesen steil hinunter unter eine gelbe Felswand. Nun 50 m durch eine Rinne nach rechts empor zu einem schmalen Grasband. Auf diesem Band - bei Nässe recht unangenehm - querend entlang laufen, bis der Steig bergab führt. Weiter über Latschenkiefer südlich haltend hinunter zur tiefer liegende Forcella Viaz de le Ponte auf 1909 m. Wiederum großartige Ausblicke auch zu den Friaulaner Dolomiten.

Aus dieser Scharte geht es steil in Richtung Westen hinunter bis zu einem Felsabbruch. Ab hier ist kurzes Klettern angesagt. Nicht immer sind die Stahlseilsicherungen hier unbeschädigt, ich selbst musste auch schon mal frei Kletternd hier bergab - ist auch gut machbar.

Wir kommen danach wieder in die nun gut begehbare Geröllrinne, unten geht es linkshaltend ab. Der Steig ist jetzt wieder recht gut bezeichnet. Im abwechslungsreichen Auf und Ab, teilweise gesichert und mit kurzen Kletter Abschnitten unterbrochen geht es in südlicher Richtung mit großartigen Bergbildern weiter. Am Sattel "Porta de la Serra" bei etwa 2050 m endet dieser anspruchsvolle Abschnitt, und wieder eine schöne Schau auch aus dieser Forca.

Jenseits den Spuren folgend geht es steil hinunter zum Rand einer Latschenzone. Weiter auf guter Wegtrasse nach Südwesten abwärts zur Casera Laresei, 1834 m.

Nun zu einem Karrenweg, welcher uns weiter bergab führt. Schließlich nach links durch ein kleines Tal hinunter in die Wiesenmulde von Pezzei, östlich daran vorbei zum Bivacco Osvaldo Tovanella auf 1668 m Höhe. Geschafft !

 

Nach Longarone - 475 m

Longarone an der Piave - unser Ziel am Dolomiten Höhenweg 3
Longarone an der Piave - unser Ziel am Dolomiten Höhenweg 3

180 Hm. + 1400 hm. bergab + 3 Std. - Schöner Abstieg in das Piavetal

Wegbeschreibung:

Gleich mal vorweg: durch Sturmschäden und Baumbrüche ist der untere Teil des Abstieges nicht mehr so leicht und einfach, wie meist beschrieben. Inzwischen gibt es vielerlei Wegspuren, aber auch viele Verlaufer im Wald. Wichtig - immer leicht in südöstlicher Richtung bleibend laufen und nicht zu weit nach rechts kommen.

Weg CAI 482 führt ab dem Bivacco Osvaldo Tovanella uns über Wiesen - wenn das Gras im Sommer hoch steht, kaum Wegespuren - und Lärchenwald erst bergab, dann nochmals hoch zur Wiesenschulter der Costa del Dou, 1850 m.

Letzte umfassende Umschau auf die Berge !

Nun auf dem Wanderweg immer bergab, anfangs noch gut zu sehenden Spuren und den Markierungen folgend recht problemlos. Bei Beginn der Sturmbruchzone etwas aufpassen und die Hauptspur nicht verlieren. Nach diesem etwas mühevollem Abschnitt kommt ihr auf eine kleine Straße, diese führt hinunter in den Ortskern von Longarone. Ihr kommt auf dem Wege zum Bahnhof an einer hervorragenden Eisdiele vorbei. Danach noch ein Supermarkt. Gegenüber dem Bahnhof ist die Bushaltestelle in Richtung Venedig, Belluno und Claut. Beim Bahnhof selbst fahren Busse in Richtung Cortina mit dem Umsteigen in Tai di Cadore.  Die Zugfahrten taugen leider nicht viel.

 

Und nun - wenn ihr nicht genug habt ?

Meine Empfehlung:

Ihr nehmt den Bus in Richtung Cimolais - fährt gegen 13:00 und 15:00 Uhr, Tickets in der Bar im Bahnhof erhältlich. Übernachtet im Albergo Rosa in Cimolais und am nächsten Tag geht es über das Bivacco Greselin weiter nach Norden bis zum Passo di Mauria - etwa 4 Wandertage. Wegbeschreibungen siehe bei den Hütten, meiner Abenteuer Runde und dem Dolomiten Höhenweg 6Viel Spaß !

 

Diese Landschaft erwartet Euch am Bivacco Greselin
Diese Landschaft erwartet Euch am Bivacco Greselin
Hier dürft ihr zeigen, was ihr klettertechnisch in unberührter Natur drauf habt. Spaß macht es allemal.
Hier dürft ihr zeigen, was ihr klettertechnisch in unberührter Natur drauf habt. Spaß macht es allemal.