Etappe Bivacco Greselin - Forcella Duranno

Komplette Neubeschreibung wegen Bergsturz an der Forcella Frati

Aktuell von mir Bestiegen und teilweise neu markiert im Sommer 2018

Das Bivacco Greselin aus gesehen von der Costa dei Tass.
Das Bivacco Greselin aus gesehen von der Costa dei Tass.

Neue Beschreibung dieses Teilstückes des Dolomiten Höhenweges 6

In den letzten Jahren gab es einige Bergstürze und größere Geröllhalden Abrutschungen auf dem Dolomiten Höhenweg 6 im Bereich der Friaulaner Dolomiten. Dieser Abschnitt wurde von der Parkverwaltung in Cimolais aufgegeben und als nicht mehr begehbar bezeichnet. Ich habe mir die Mühe gemacht, am 31.Juli 2018 diesen Teil zu begehen. Vom Bivacco Greselin zur Forcella Duranno eine wieder begehbare Route zu finden, welche einen recht sicheren Übergang ermöglicht.

Vorweg, ihr müßt im 2.Grat mit eurem Rucksack im völlig naturbelassenem Fels bergauf und bergab Klettern können und ein Gespühr für machbare Wegrouten besitzen. Der Zeitbedarf vom Bivacco Greselin zum Rifugio Maniago erhöht sich um mindest 2 Stunden und auch die Höhenmeter, welche bewältigt werden müssen um etwa 200 m in der Summe.

Bergauf nun 700 Hm. - Bergab 900 Hm. und etwa 5 Std.

 

Wegverlauf auf die Costa dei Tass gesehen aus der Nähe des Bivacco Greselin.
Wegverlauf auf die Costa dei Tass gesehen aus der Nähe des Bivacco Greselin.

Schon die meist grün-rot markierte Wegspur zum Einstieg in die Aufstiegsschlucht auf die Costa dei Tass ist nicht mehr nur eine einfache Wanderung. Bei einer steilen Geröllhalde müßt ihr erstmal 25 Hm. nach unten steigen und in einer schmalen Rinne zwischen der Felswand und dem splittrigen Feingeröll wieder hochsteigen. Danach folgt eine gut begehbare Querung zum Einstieg der oben genannten Felsschlucht.

 

Die erste unangenehme Unterbrechungsstelle, welche geschickt umgangen werden kann.
Die erste unangenehme Unterbrechungsstelle, welche geschickt umgangen werden kann.
Mit Hilfe eines Stahlseiles erfolgt der erste Teil des Klettern hoch durch die Felsschlucht.
Mit Hilfe eines Stahlseiles erfolgt der erste Teil des Klettern hoch durch die Felsschlucht.

Wegbeschreibung:

Durch die Felsschlucht hilft ein Stahlseil beim Klettern nach oben. Sollte der Rucksack zu groß sein und etwas hinderlich, könnt ihr diese Stelle auch links über einen Felsblock freikletterisch umgehen. Oben am Ende vom Stahlseil angekommen, geht es in der Schlucht leichter bergaufwärts weiter.

Anmerkung: Das Stahlseil ist zwar recht fest mit Bohrhacken mit dem Fels verankert, aber eine Stelle des Seiles ist beschädigt und auch die Handschlinge ist nicht mehr ganz vertrauenswürdig. Bei weitere Beschädigung hilft ein selbst mitgebrachtes Kletterseil, etwa 25 mtr. weiter.

 

Der obere Teil der Felsschlucht auf die Coste dei Tass
Der obere Teil der Felsschlucht auf die Coste dei Tass

Wegbeschreibung:

Nun weiter durch die Felsschlucht hoch steigen bis in die sehr schmale Forcella. Hier eine grandiose Aussicht hinüber auf die Friaulaner Dolomiten. Weiter führt die sparsam grün-rot markierte Route über Grasschrofen, etwas Feingeröll und ein paar Felsen schräg berghoch. Ihr müßt etwas weitblickend nach den Markierungen Ausschau halten, da eine Wegspur nun kaum noch sichtbar ist. Ihr erreicht eine weitere Forcella - Scharte mit dem Blick zum Monte Duranno. Lasst euch durch den Anblick dieser Bergwildnis nicht entmutigen, es gibt einen Weg durch diese Urwildnis.

Jetzt geht es durch ein gestuftes Felsgelände mit darauf liegendem Feinsplitt hinunter kletternd in eine Schlucht. Die Schlucht queren und nach schräg leicht rechtshaltend bergan hochklettern. Weiter oben sieht man einen gut markierten Felsen. Weitere rote Farbtupfer helfen euch, den Weg zu finden.

 

Der neue Wegverlauf unterhalb der Forcella Frati aud dieser Etappe des Dolomiten Höhenweges 6
Der neue Wegverlauf unterhalb der Forcella Frati aud dieser Etappe des Dolomiten Höhenweges 6

Wegbeschreibung:

Weiter geht es um einige Felsen herum und nun wieder bergab zum Rande einer großen Geröllhalde, welche aber nicht mehr gequert werden kann. Zu gefährlich, ihr bekommt keinen gesicherten Halt mit den Bergstiefeln, auch Stöcke helfen nicht wirklich weiter und die einst schöne Wegtrasse ist vollkommen weg.

Ihr seit nun unterhalb der Forcella Frati. Statt querend geht es an der rechten Begrenzung immer Nahe der Felswand steil berghoch. Weiter oben führen einem rote Farbflecken und die Wandbegrenzungen nach links in steten auf und ab zur linken Geröllhalden Begrenzung der Forcella Frati. Mühsam und anstrengend, aber recht sicher. Wenn ihr alleine unterwegs seit oder nur zu zweit, dürfte der Steinschlag kein Thema sein. Auch die hier lebende Steinböcke laufen auf dieser Route über diese sehr steile Geröllschlucht hinüber.

 

Auf meinen Bildern habe ich rot den nun machbaren Wegverlauf eingezeichnet.
Auf meinen Bildern habe ich rot den nun machbaren Wegverlauf eingezeichnet.
Hier der Wegverlauf am Wandfuß der Monte Duranno entlang zur Forcella Duranno.
Hier der Wegverlauf am Wandfuß der Monte Duranno entlang zur Forcella Duranno.

Wegbeschreibung:

Wenn ihr den letzen Teil der großen Geröllhalde von links kommend der Forcella Frati umgangen habt, kommt ihr wieder auf den originalen Steig, welcher grün-rot bezeichnet ist. Nun ist der Weiterweg einfach und problemlos. Es geht immer mäßig steil bergan, meist auf grasdurchsetzten Steig in die Forcella Duranno. Oben angekommen steht ein großer Wegweiser, welcher einem zum Rifugio Maniago hinunter den Weg weisst, zum anderen kann man auch auf sehr schönem Wiesenweg zur Forcella Lodina und der Casera Lodina weiter wandern.

 

Anmerkung: An der linken Begrenzung der Forcella Frati Geröllschlucht sind rote Farbpunkte zu finden, welche einem steil berghoch in die Forcella Frati führen. Über diese Forcella Frati könnt ihr nordseitig hinunter zum Bivacco Baroni gelangen, Zeitbedarf für den Abstieg etwa 1:30 Std. Die letzten Meter unterhalb der Forcella Frati kann man nur noch kletternd über mehrere Felsblöcke erreichen und auch der nordseitige Abstieg ist auf den ersten 100 Hm. nicht mehr so einfach, danach geht es problemlos hinunter zum Bivacco Baroni.

 

Die urwüchsige rauhe Felslandschaft unterhalb der Forcella Frati.
Die urwüchsige rauhe Felslandschaft unterhalb der Forcella Frati.