Sentiero Arturo Marini

Vom Rifugio Pordenone zum Bivacco Gervasutti

Neubeschreibung nach Stand Oktober 2017

Die grandiosen Spitzen der Spalti di Toro am Sentiero Arturo Marini
Die grandiosen Spitzen der Spalti di Toro am Sentiero Arturo Marini

Vorbemerkung:

Nach Jahren der Unbegehbarkeit des Sentiero Arturo Marini habe ich mir im September 2017 diese Route angesehen und begangen. Wer gewöhnt ist, im völligen natürlichen Gelände unterwegs zu sein, auch mit größeren Rucksack im 2.Grad zu Klettern und nicht gleich in Panik kommt, wenn es steil hinunterführt und keinen Pfad dafür hat, für den ist dieser Teil des Dolomiten Höhenweges 6 durchaus begehbar.

Wer alleine unterwegs ist und kein Seil mitnehmen möchte, alleine auch schwer brauchbar zu sichern, dem kann ich alte Steigeisen empfehlen mit zu nehmen.

War bisher mit 4 Stunden zu rechnen, der sollte unbedingt eine Stunde mehr einplanen und genügend Muße und Geduld für die Wegsuchung mitbringen. Ein großartiges Erlebnis in nun total unberührter Natur wartet hier auf Euch.

Genug Trinkwasser mitnehmen ! am Bivacco Gervasutti ist nicht immer eines zu finden.

 

Auf dem Sentiero Arturo Marini unterwegs - hier noch ohne Probleme auf gutem Steig.
Auf dem Sentiero Arturo Marini unterwegs - hier noch ohne Probleme auf gutem Steig.

Wegbeschreibung:

Vom Rifugio Pordenone südwärts den breiten Weg mit seinen Stufen hinunter auf das große Geröllfeld des Val Montanaia. Hier rechts ab, das Geröllfeld auf Spuren leicht steigend queren zu einem Wegweiser. Den Bergsteig CAI 352, oft steht hier: Steig gesperrt - führt Euch nun durch Gesträuch und Wald westlich gehend auf steilen Kehren bergan. Bis zur verfallenen Casera le Corde auf etwa 1500 m keinerlei Weg- probleme. Danach etwas später an der oft letzten Wasserstelle vorbei und weiter bergan auf einen Bergrücken. Großartige Aussicht auf die kommende Wegstrecke, wobei ihr den begehbaren Teil garnicht so richtig erkennen könnt.

Bald kommen die ersten Unterbrechungen des Steiges, meist schaurig anzusehende Abrutschungen. Ihr müßt fast immer versuchen hoch anzusetzen und dann im festen unangenehmen Feinsplitt vorsichtig nach unten steigen. Da wo das Geröll gröber und etwas loser ist, könnt ihr recht gut den Schlund queren und jenseits wieder aufsteigen. An einer Stelle ist der Aufstieg nicht so einfach. Ihr solltet hier mehr in einer Felsenrinnen kletternd versuchen hoch zu kommen, 2.Grat - dabei immer gut Auschau halten, den Ausstieg nicht zu verpassen. Hier helfen die alte Steigeisen ganz gut, aber auch ein Pickel mit größerer Schaufel zum Stufen schlagen in dem Feinsplitt kann hilfreich sein. Wie auch immer, diese Abschnitte sind mit Vorsicht doch recht gut begehbar.

Das letzte Drittel von der Route zum Bivacco Gervasutti ist wieder besser begehbar. Ihr seht das Bivacco auf einer schönen Wiesenmulde stehend.

 

Heftige Unterbrechungen des Sentiero Arturo Marini - unangenehm ist hier der Feinsplitt.
Heftige Unterbrechungen des Sentiero Arturo Marini - unangenehm ist hier der Feinsplitt.
Hier wird auf halber Höhe gequert und danach auf eine Felsnase aufgestiegen.
Hier wird auf halber Höhe gequert und danach auf eine Felsnase aufgestiegen.
Hier der schwierigste Teil - am Besten direkt zwischen Geröllfeld und der Felswand hoch klettern.
Hier der schwierigste Teil - am Besten direkt zwischen Geröllfeld und der Felswand hoch klettern.

Meine Empfehlungen:

Wem beim Anblick der großen Unterbrechung der großen letzten Schlucht Angst wird, braucht hier aber nicht umzudrehen. Es gibt eine Möglichkeit, diese Schlucht weitläufig zu umgehen. Vom letzten begehbaren Teilstück direkt in westlicher Richtung etwa 200 Hm. absteigen, den Schluchtgrund hier queren und Auschau halten nach dem Steig, welcher vom Val di San Lorenzo her hochführt und auf diesen direkt in westlicher Richtung zum Bivacco Gervasutti aufsteigen. Latschen, Gestrüpp und gobes Geröll machen die Wegsuche unten zu Beginn etwas schwer.

 

Wer am Bivacco Gervasutti noch Lust verspührt, die nähere Umgebung zu besichtigen, kann in einer Stunde den Wegspuren folgend in nördlicher Richtung zum Cima Cadin degli Elmi über Wiesenhänge aufsteigen. Am Wandfuß haltet ihr Euch linkshaltend und steigt einen Bogen hoch zu einem begrünten Bergrücken, der Cresta di Santa Maria. Oben angekommen könnt ihr das tief liegende Bivacco Gervasutti sehen.

 

Wer nun weiter auf dem Dolomiten Höhenweg 6 zur Casera Laghet di Sora wandert, bitte unbedingt beachten: Der Steig CAI 389 führt nicht mehr direkt in das Val Santa Maria hinüber, er ist komplett weg und unbegehbar.

Ihr müßt unbedingt auf den Wegspuren in nordwestlicher Richtung etwa 100 Hm. aufsteigen und hier über zwei Feinsplitt Geröllhänge zur Forcella Spe fast eben queren. Auch hier ist große Vorsicht stellenweise notwendig. Danach geht es von der Forcella Spe sehr steil bergab, südliche Richtung, bis ihr an die Wegkreuzung kommt mit dem Hinweis zur Casera Laghet di Sora.

 

Ab hier habt ihr die Schwierigkeiten des Sentiero Arturo Marini hinter Euch, grandiose Friaulaner Bergwelt
Ab hier habt ihr die Schwierigkeiten des Sentiero Arturo Marini hinter Euch, grandiose Friaulaner Bergwelt