Die Alternativroute über den Dolomiten Höhenweg 7

Ausgangspunkt:  Der Lago di Val Gallina

Der Lago di Val Gallina
Der Lago di Val Gallina

Zielpunkt:  Der Lago di Santa Croce

Der schöne Badesee Lago di Santa Croce
Der schöne Badesee Lago di Santa Croce

Kurzbeschreibung dieser See zu See Gebirgs Etappe - August 2015

Kartenempfehlung:  TABACCO  1:25 000  Blatt 012 - Alpago + Piancavallo


Dauer der Bergtour:  3 - 4 Tage

Bergauf:  2550 Hm

Bergab:   2850 Hm

Großartige Kammüberschreitung der Bergkette um das Alpago, ausreichend markierte Steige, Klettererfahrung notwendig, keine Bergtour für Anfänger und eine sehr einsame naturbelassene Landschaft.

Nächtigungen:  Casera del Pian, Biwakhöhle am Col Nudo, Bivacco Toffolon, Rifugio Semenza, Casera Palantina und dem Campingplatz Sarathei am Lago di Santa Croce.


Ausführliche Wegbeschreibung

Erster Teil:  Zur Biwakhöhle am Col Nudo

Von der Casera del Pian auf den bezeichneten Bergsteig 960 in östlicher Richtung 950 Hm an der Casera Col Mat vorbei zum Monte Col Mat, 1981 m - etwa 3 Std. - unbedingt genügend Trinkwasser mitnehmen, oben am Kamm ist keines zu finden !

Großartige 360 Grad Umschau über endlose Dolomitengipfel hinweg.


Weiter geht die Kammwanderung in nördlicher Richtung, später in die rechte Grasflanke hinunter zur Forcella Gallina, 1875 m, und weiter zur Forcella della Lastra, 1825 m. Kurz rechts bergab in eine Mulde, diese queren und zu einer Wegkreuzung. Hier linkshaltend einen steilen  Berghang mühsam hoch, teilweise auch Kletternd im Fels zu einer Scharte. Von dieser direkt einen schrofigen Bergkamm steil bergan steigen auf einen Vorgipfel des Cimon delle Bassilighe. Rechts ab in die Südflanke des Berges und weiter an grasigen Hängen aufsteigen. Nun bergab einen Schutthang hinunter, einen weiten Rechtsbogen in östlicher Richtung abwärts in ein gewaltiges Plattenkar unterhalb des Col Nudo. Auf diesem Teil der Route genau auf die Farbmarkierungen achten, besonders bei Nebel und tiefhängenden Wolken.

Weiter an der oftmals ausgetrockneten Quelle Fontana de Tadio, 2024 m vorbei, nochmals bergan steigen in Richtung des Passo di Valbona, 2130 m und zur Biwakhöhle am Col Nudo, 2115 m, eine natürliche Notunterkunft.


Zweiter Teil:  Zur Casera Vernal

Von der Biwakhöhle am Col Nudo kurz wieder in westlicher Richtung bergab zu einer markanten Wegverzweigung mit bezeichneten Wegweiser. Wer nicht in der Biwakhöhle übernachten will, kann von der Quelle Fontana de Tadio auf der markierten Route des Dolomiten Höhenweges 7 auch direkt hierher kommen. Nun in südlicher Richtung weiter etwas bergan einen Geröllhang queren und in östlicher Richtung den Markierungen folgen zur Forcella Bassa dietro il Teverone 1928 m,aufsteigen. An dieser Forcella könntet ihr sehr gut frei Zelten.

Nun auf Steigspuren bergan, später linkshaltend zu einer begrünten Schulter und weiter zum Hinweisschild der Ferrata Rino Costacurta. Dieser Wegabschnitt ist mit einem Stahlseil fast durchgängig gesichert, erfahrene Bergsteiger benötigen eigentlich keine Selbstsicherung - Trittsicherheit und gute Kletterkenntnisse vorausgestzt.


Zuerst recht steil über Felsen empor, gute Armkraft nützlich, danach über Gras bergan auf eine Bergschulter. Nun auf die Westseite des Kammes und auf Bändern mittels leichter Kletterei weiter hoch. Nun wird es recht luftig unter den Füßen. Eine fast senkrechte Wand wird gequert, danach steil 10 m bergab klettern, wieder nach rechts in eine weitere Steilflanke, diese schräg auf Bändern weit hinunter in eine geröllige kleine Scharte. Den folgenden Steilhang queren und eine Rinne bergab steigen. Wieder nun steil bergan, nochmals sehr steile Flanken queren, alles mit Hilfe des Stahlseiles gut machbar, nun über abgerutschte Wegtrassen steil empor zur Kammhöhe der Rocce Bianche. Weiter etwas an der Kammhöhe entlang in eine kleinen Scharte bergab mit einer fast ebener Wiese zum Zelten. Wegweiser mit zwei Möglichkeiten des Weiterweges.

Entweder auf dem Bergkamm bleibend zum Crep Nudo und zur Forcella Venal - meine Empfehlung, wenn gute Nerven, Kondition und Trinkwasser vorhanden sind- oder auf dem Bergsteig 932 zur Casera Venal 700 Hm absteigen und dort Übernachten - Trinkwasser in der Nähe meist vorhanden.


Dritter Teil:  Zum Bivacco Toffolon und Rifugio Semenza

Von der Casera Venal auf dem Steig 934 zur Forcella Venal berghoch und weiter zur Forcella Federola, 2068 m. Auf der Westseite der Cima Piai zur Forcella Antander und zum Bivacco Toffolon auf 1990 m Höhe.

Nun folgt der sieben Stunden lange Kammübergang zum Rifugio Semenza. Unbedingt am Bivacco Toffolon Trinkwasser aus der Regentonne abkochen und mitnehmen, da auf dem gesamten Übergang keines zu finden ist.

Die Route ist spärlich ausreichend farblich markiert, aber bei Nebel kann es Probleme geben. Im steten Auf und Ab, meist am Bergkamm bleibend, teilweise recht ausgesetzt, immer wieder auch kletternd unterwegs erleben wir hier eine der schönsten Gratüberschreitungen der gesamten Ostalpen.


Einmal hat man die Möglichkeit, diese Bergfahrt zu unterbrechen, nähmlich bei der Abzweigung zum Bivacco Groppa Pastour östlich des Bergkammes sehr steil hinunter, ausgeschildert und spärlich markiert.

Bis zur Forcella Val Grande, 1926 m, überschreiten wir in südlicher Richtung 11 Gipfel, bis wir am Rifugio Semenza sind.