Ausgangspunkt:  Der Lago di Centro Cadore

Der Lago di Centro Cadore - unterhalb von Pieve di Cadore gelegen
Der Lago di Centro Cadore - unterhalb von Pieve di Cadore gelegen

Zielpunkt:  Der Lago del Vajont

Der Lago del Vajont
Der Lago del Vajont

Kurzbeschreibung dieser See zu See Bergtour Etappe - August 2015

Dauer dieser Bergtour:  3 - 4 Tage

Bergauf:  3250 Hm

Bergab:  3300 Hm

Außergewöhnlich anspruchsvolle Bergfahrt durch den zentralen Teil der Friaulaner Dolomiten.  Ausreichend markierte Wege und Bergsteige, stellenweise sind Kletterkenntnisse erforderlich und sehr gute Kondition. Grandiose wilde Landschaftsbilder !

Nächtigungen:  meist in Selbstversorger Hütten, evt. Zelt und im Rifugio Maniago


Der Lago del Vajont
Der Lago del Vajont

Ausführliche Wegbeschreibung

Von der Staumauer am Südende des Lago di Centro Cadore, 685 m, 30 Minuten Gehzeit unterhalb von Pieve di Cadore gelegen, geht der Wanderweg 351 in östlicher Richtung recht steil berghoch. Nach etwa einer Stunde kommt man zu einer Weggabelung, der Steig 355 in das Val Anfela führt uns nun in südlicher Richtung in ein schönes Tal bergan. Später werden wir an der rechten Seite von einem Wildbach begleitet. Hier mehrere Möglichkeiten zum freien Zelten.

30 m bevor der breite Schotterweg endet, geht es linkshaltend eine Böschung bergan, kurz durch eine Gestrüpp und Baumbruchzone eben weiter, danach wieder ein gut zu erkennenen schmalen Bergsteig, nun ausreichend markiert. Später verlassen wir den Wildbach, halten uns leicht rechts durch lichten Bergwald, überschreiten mehrere Wildwiesen bevor es nun wieder steiler berghoch geht. Durch Latschen und Gestrüpp steigen wir weiter auf, queren eine Steilflanke, anschließend etwa 10 Hm heikel absteigen und in ein weiteres Hochtal bergan wandern. Wieder wird es steiler, der Bergwald lichter und der Pfad geht schräg links mäßig steil weiter hoch, bevor wir in offenes Berggelände kommen. Nochmals etwa 100 Hm bergan und wir kommen an einen querenden Bergsteig an. Hier ein Wegweiser auf 2022 m Höhe.

Der Steig 372 geht südwestlich haltend zuerst fast eben als Höhenweg, später steil berghoch zur Forcella per Vedorcia, 2234 m. und jenseits über eine Wildwiese hinunter zur Casera Cavalet, 1995 m

Wünderschönes und einsames Hochtal mit einem Wildbach und Wasserfall, Übernachten in der Casera Cavalet oder fast noch besser, freies Zelten im Bereich dieser Selbstversorger Hütte.


Der Aufstieg durch das Val Anfela - besonders am Vormittag ein landschaftlicher Leckerbissen
Der Aufstieg durch das Val Anfela - besonders am Vormittag ein landschaftlicher Leckerbissen

Ab der Casera Cavalet leitet der Steig 365 in südlicher Richtung zur Forcella Val dei Frassin o del Frate, 2209 m uns problemlos weiter auf unserer See Treckingtour. Nach erreichen dieser Scharte geht es 300 Hm hinunter zur Casera Laghet de sora, etwa 2,5 Std. Auch hier kann sehr gut übernachtet werden.

Nun folgt der großartigste Teil dieser See Etappe. Hinweisschilder, Val del Drap, leiten uns über schöne Wiesen in südlicher Richtung berghoch. Nicht immer ist der Pfad gut zu erkennen, das Gras zu hoch. Kurz vor erreichen dieser Forcella darf etwas geklettert werden. Oben angekommen hat man ein grandioses Panorama.

Bei guten Wetteraussichten und vorhandenen Schneeresten kann ich eine Übernachtung im Zelt hier oben nur bestens empfehlen.

Weiter geht es erstmal recht steil bergab zu einer markanten Felsnase, kurz davor den Markierungen folgend über einen kleinen Bergrücken zu einem steilen Geröllfeld. Dieses wird gequert. Nun auf rote Farbmarkierungen achten, welche hinauf zur Forcella dei Cacciatori, 2173 m teils in leichter Kletterei hochführen. Jenseits nochmals über Geröllfelder zum Einstieg der Steilflanke der Forcella Compol, 2450 m. Rote Farbkleckse leiten uns teilweise kletternd sehr steil und anstrengend hoch. Oben angekommen wartet ein überragendes Panorama über die Friaulaner Dolomiten auf uns.


Nun geht es westlich haltend den Farbflecken folgend relativ problemlos bergab, wir queren weiter unten rechtshaltend ein paar Felsplatten, kommen in eine enge Schlucht und nun besondere Achtung: Von rechts kommend muß eine sehr enge, steile Felsschlucht hochgestiegen werden, auf rote Farbflecken achten - hier sind bereits recht viele Bergsteiger vorbei gelaufen und zu weit abgestiegen.

Diese Schlucht ist die Schlüsselstelle dieser Bergfahrt. Überraschend kommt man nach dem Einstieg zügig voran, immer wieder Farbflecken, oben angekommen wird es nochmal eng und heikel, jenseits kletternd bergab zu einer Verblockung. Am Besten linkshaltend durch diese Engstelle hinunter klettern. Danach den Markierungen folgend weiter absteigen, einen Hang leicht rechtshaltend queren, kurz nochmals bergan und nun jenseits zum bereits sichtbaren Bivacco Greselin absteigen. Geschafft !


Diese steile Felsschlucht muß durchstiegen werden - Schlüsselstelle dieser Bergfahrt - nicht verpassen !
Diese steile Felsschlucht muß durchstiegen werden - Schlüsselstelle dieser Bergfahrt - nicht verpassen !

Nach einer Übernachtung im Bivacco Greselin geht es den spärlichen Markierungen folgend in Richtung Forcella Duranno weiter. Nicht auf den Abstiegssteig ins Tal kommen. Wir wandern querend fast eben hinüber zu einem Felskamm. Später bessere Spuren. Nochmals darf geklettert werden, steigen danach recht steil auf, kommen auf einen kleinen Bergrücken, jenseits nochmal etwas höher, danach eine weitere Querung bevor wir abwerts steigend zur Abzweigung der Forcella dei Frati kommen. Nun queren wir die Ostflanke im Auf und Ab des Monte Duranno, kommen zur Forcella Duranno, 2217 m, und Blicken nachdenklich zurück, durch welches Felsgebiet wir gekommen sind.

Von der Forcella Duranno, Steig 358, geht es 70 Hm bergab kletternd und nun problemlos wandernd zum, Rifugio Maniago, 1730 m. Übernachten oder Mittagessen?

Weg 381 leitet uns in zwei Stunden zur Casera Bedin di sopra, 1711 m.

Eine aussichtsreiche Höhenwanderung.


Weiter geht der Weg in südlicher Richtung, an Marmorsteinbrüchen vorbei, über schöne Wiesenhänge zu den Ruinen der Casera Tamers. Überraschendes Panorama hinunter zum Lago del Vajont, darüber der Col Nudo. Ab jetzt geht es nur noch steil bergab, bei etwa 1000 m Höhe eine Wegkreuzung. Gerade aus geht es hinunter nach Erto und rechts auf dem Steig Troi del Carbon ab nach Casso.

Entweder über Casso und Diga del Vajont zum Lago oder über Erto, Landstraße 251 nach le Spesse und ein Sträßchen südlich hinunter zum Lago del Vajont, 624 m. Der Besuch der Staumauer und zu den Infotafeln des Bergsturzes des Monte Toc von 1963 lohnt allemal.

Wer noch mehr dieses Bergsturzes sehen möchte, empfehle ich Steig 907 zum Ricovero Casera Vasei hoch zu wandern, etwa zwei Stunden für den Aufstieg. Auch eine komplette Umrundung des Sees in zwei Stunden ist sehr aufschlußreich.


Eine Bilder Gallery zu dieser Gebirgs-See Bergtour

An der Forcella Val del Drap
An der Forcella Val del Drap
Hier darf rechtshaltend hochgeklettert werden - auf zur Forcella Compol
Hier darf rechtshaltend hochgeklettert werden - auf zur Forcella Compol
Grandiose Friaulaner Dolomiten
Grandiose Friaulaner Dolomiten
Aussicht auf den Weiterweg ab dem Bivacco Greselin - hier nicht linkshaltend absteigen !
Aussicht auf den Weiterweg ab dem Bivacco Greselin - hier nicht linkshaltend absteigen !
Landschaftlich großartige Bergfahrt in den Friaulaner Dolomiten
Landschaftlich großartige Bergfahrt in den Friaulaner Dolomiten
Der Monte Duranno
Der Monte Duranno
Die Casera Bedin di Sopra
Die Casera Bedin di Sopra
Ausblick nach Süden zum Col Nudo
Ausblick nach Süden zum Col Nudo
Der Lago del Vajont und die sichtbaren Narben des Bergsturzes 1963 am Monte Toc
Der Lago del Vajont und die sichtbaren Narben des Bergsturzes 1963 am Monte Toc
Die Staumauer des Lago del Vajont bei Erto
Die Staumauer des Lago del Vajont bei Erto