Ausgangspunkt:  Der Lago di Sauris

Der Lago di Sauris - Naturstimmung nach einem schwerem Gewitterregen am Abend
Der Lago di Sauris - Naturstimmung nach einem schwerem Gewitterregen am Abend

Zielpunkt:  Der Lago del Ciul

Der Lago del Ciul - das Ziel dieser dreitägigen Überschreitung der Friaulaner Dolomiten
Der Lago del Ciul - das Ziel dieser dreitägigen Überschreitung der Friaulaner Dolomiten

Kurzbeschreibung dieser See zu See Trekking Etappe - August 2015

Dauer dieser großartigen Bergtour:  23 - 26 Stunden =  3 - 4 Trekkingtage

Bergauf:  3600 Hm

Bergab:  3900 Hm

Ausreichend markierte Wege und Bergsteige, teilweise auch wegloses Gelände, einsames und unberührtes Bergland, eine Abenteuertour !

Nächtigungen:  in den Casera  Bernon, Montof, Masons, Podestine und Caserata sowie im Rifugio Pussa - sowie mehrere Möglichkeiten zum freien Zelten.

 

Ausführliche Weg + Routen Beschreibung - der Westweg

Sicher die großartigste Überschreitung im Bereich der Friaulaner Dolomiten in Verbindung mit den 9 Gebirgs Seen und ihren Tälern.


Am westlichen Ende des Lago di Sauris führt ein breiter Weg, teilweise ein Sträßchen mit der Nr. 216 in vielen Serpentinen südlich hoch zur Casera Bernon auf 1600 m Höhe. 2 - 2:30 Std. und völlig problemloser Auftakt dieser Weitwanderung.

Schönes Panorama nach Norden über den Lago di Sauris nach Sauris di Sopra und weit zu den Karnischen Alpen.

Der Wandersteig 216a geht südwärts recht steil bergan auf einem fast felsenfreien Bergkamm am Monte Puintat südlich vorbei und weiter auf Steig 214 in südöstlicher Richtung zur Forca di Montof, 1822 m, weitere 1:30 Std. In diesem Bereich der Bergwanderung bei Nebel sehr große Verlaufen Gefahr, viele Spuren im Gras und wiedersprüchliche Hinweise. Der Steig 215 nach Süden bringt uns zur Casera Montof, 1742 m, ohne Schwierigkeiten bergab. Hier guter Brunnen zum Trinken.


Wir bleiben auf dem Steig 215, ordentlich markiert, wandern schräg nach links über höhe Wiesen bergab - Verlaufgefahr - und kommen in lichten Bergwald - hier gut markierte Route. Wir steigen meist im Wald bleibend tief hinunter nach Forni di Sotto, welches wir nach weiteren 2 Stunden erreichen.

Eigentlich ein problemloser Abschnitt, wäre da nicht der viele Baumbruch im Wald.


Vom Ortszentrum Forni di Sotto geht es zum Ortsteil Vico und eine Straße hinunter zum Torrente Tagliamento, Weg 364. Nun durch den Fluß waten, bei hohen Wasserstand ein spannendes Unternehmen. Am anderen Ufer ein Wegweiser, unser Steig hat die Nr. 373 und führt zur Casera Masons hoch. Ein schmaler Weg geht in westlicher Richtung am Ufer flußaufwärts 20 Min. entlang bis er in den Wald führt und recht steil nach Süden berghoch geht. Auf gut markierten Steig kommen wir recht schnell voran.

Achtung: Wer auf der Casera Masons übernachten möchte, unbedingt ausreichend Trinkwasser vom Tal mitnehmen.


Am Col Prezenai, 1300 m, verlassen wir den dichten Wald und kommen auf offeneres Gelände. Über einen begrünten Grat erreichen wir nach 3 Stunden von Forni di Sotto aus die Casera Masons auf 1553 m Höhe.


Im Morgenschatten noch liegend die Casera Masons - leider weit und breit kein Trinkwasser zu finden.
Im Morgenschatten noch liegend die Casera Masons - leider weit und breit kein Trinkwasser zu finden.

War es bis hierher schon sehr still auf dieser Seen Etappe, wird es nun auch noch einsam. Der Steig 373 führt uns durch kniehohen Wiesen bergan zur Cima Camosci auf 1806 m Höhe. Umfassendes Panorama garantiert und wunderschöner Rastplatz..

Durch das sehr hohe Gras besteht hier überall eine große Verlaufen Gefahr, besonders bei Nebel und sollte es nass sein, helfen nur dichte Gamaschen.

Auf dem Steig 373 a gehen wir wenige Meter am Aufstiegsweg zurück, kommen an eine unscheinbaren Wegkreuzung, von oben gesehen müssen wir uns rechtshaltend schräg leicht fallend um den Bergrücken abwärts wandern, danach einige Meter sehr steil hinunter, eine Scharte queren und jenseits wieder sehr steil nach oben steigen. Steil und ausgesetzt in südlicher Richtung erreichen wir die Forcella Lareseit, 1755.


Ein schmaler, erdiger Grassteig, Nr. 364 geht südlich weg zum tief unten stehenden Rifugio Pussa. Bei Regen und Nässe nicht ganz problemlos, sonst nur recht lang und etwas verzwickte Wegführung. Anfangs mehr querend bergab, danach im dichten Wald teilweise recht steil hinunter, immer wieder mit Richtungswechsel versehen, hier auf die Markierungen an den Bäumen achten, stehen wir nach 2 - 2:30 Std. Abstieg vor dem eigenwilligen Bau des Rifugio Pussa.

Achtung: Ich stand hier Anfang September 2014 vor verschlossenen Türen, und mußte im daneben liegenden Winterraum übernachten, wer hier nicht genug zum Essen dabei hat, bekommt große Probleme.


Die nun folgende Überschreitung über die Forcella delle Pregoane kann kaum wilder und natürlicher sein, stellt Anforderungen an Kondition, Trittsicherheit und Abenteuerlust. Hier lernt Ihr den wahren Charakter der Friaulaner Dolomiten richtig kennen und lieben.

Vom Rifugio Pussa westlich hinunter über einen Bach, dann linkshaltend zum Wegweiser und eine Naturstraße leicht bergan. Der Bergsteig 376 führt uns in 3 Stunden hoch zur Forcella delle Pregoane auf 1919 m.

Achtung: genügend Trinkwasser führ den Aufstieg mitnehmen und bei dem Rifugio Pussa nach Lebensmittel für weitere zwei Tage nachfragen, da vor Tramonti di Sopra keine bewirtete Hütte und keine weitere Einkaufsmöglichkeit kommt.


Nach 15 Min. wandern verlassen wir den breiten Weg und steigen rechtshaltend Bergsteig 376 sehr steil in südlicher Richtung im dichten Laubwald 400 Hm empor. Danach wird der Steig weniger Steil, das Gelände offener, die Landschaft wilder und wir kommen zu einer Wegteilung. Wir gehen hier linkshaltend zu einer Hangquerung, steigen weiter bergan über Gras, Geröll, Schutt und an Felsen vorbei. Nochmals mit Hilfe von Serpentinen auf einer Geröllhalde bergan erreichen wir nach 3:30 Std. die Forcella delle Pregoane auf 1919 m Höhe.


Jenseits dieser Scharte geht es in ein völlig natürliches und wildes Hochtal hinunter, Wegspuren fast keine vorhanden, dafür aber frisch und sparsam markiert. Diese Farbflecken dienen meist nur als Anhaltspunkte, wo es lang gehen könnte. Jeder schaut selbst, wie er am Besten durch dieses wilde Gerölltal bergab kommt. Schutt, Felsen, Steilabbrüche, Böschungen, Wasser, Steilflanken und Abrutschungen, alles ist vorhanden, wir steigen von Farbfleck zu Farbfleck, der Rest ist Abenteuer pur.

Weiter unten wird es zwar besser, dafür hier noch mehr auf die Markierungen achten, viele Spuren führen in die Irre oder an unüberwindbaren Abbrüchen, mehrmals wird kurzzeitig diese Schlucht verlassen, im direkten Weg kommt man fast nicht hinunter, dafür überall gutes Trinkwasser vorhanden.


Unten angekommen folgt ein breites, flaches Geröll und Schutttal. Hier kommt von links die Abzweigung zur Casera Caserata, wo es morgen weiter geht. Wir laufen noch 5 Min. weiter talwärts zur begrünten Wiese und erreichen die Casera Podestine.

Achtung: diese liegt rechtshaltend etwas versteckt im Wald, bei dem Wegweiser auf der beginnenden grünen Wiese rechts einen Weg leicht bergan in den Wald wandern.

Die Casera Podestine ist gut ausgestattet, gutes Wasser am Hahnen und Holz zum Kochen ist auch vorhanden, Platz für 6 - max. 10 Personen vorhanden. Hier werdet Ihr sicher übernachten müssen.


In unmittelbarer Nähe der Casera Podestine - hier an der Wiese rechts einen Weg bergan in den Wald
In unmittelbarer Nähe der Casera Podestine - hier an der Wiese rechts einen Weg bergan in den Wald

Letzter und landschaftlich großartiger Abschnitt dieser Seen- Etappe. Die nun folgende Überschreitung über die Forcella Caserata, 1505m, zum Lago del Ciul hinunter ist weniger schwierig, dafür noch einsamer und ab der Forcella geht mehr Natur nun wirklich nicht mehr. Gut ist aber, daß die Parkverwaltung in Cimolais diese Route im Mai 2015 frisch markieren ließ und auch teilweise der Pfad vom Unterholz befreit wurde. Durch den weltweiten Klimawandel haben wir nun aber das Problem, hier in ein Zeckengebiet zu kommen und auch Stechmücken plagen den Fernwanderer.

Meine Empfehlung: Das schwedische Dschungelöl, auf Bestellung im Internet erhältlich, hilft hier wirklich. Und sonst die Pausen nicht im Gestrüpp verbringen, Gamaschen schützen auch. Was die Schlangen angeht, habe ich im oberen Teil des Hochtales welche gesehen, sowie an sehr warmen Stellen im Wald, wo Felsen vorhanden waren. Da ich bergab recht kräftige Tritte mache, kam mir nie eine zu Nahe.


Von der Casera Podestine gehen wir wieder 5 Min. das flache Geröllfeld bergan zur Abzweigung, Steig 398, welche zur Casera Caserata berghoch führt. Unbedingt genügend Trinkwasser mitnehmen, weiter oben ist keines zu finden.

Der Steig geht nun recht steil im dichten Wald nach oben, gut markiert und immer sichtbar. Danach folgt eine längere Querung, nur leicht bergan, bis wir in eine Geröllschlucht kommen. Dieser etwas heikle Abschnitt, Abrutschungen, überwinden wir mit Vorsicht, steigen weiter bergan, nochmals Querungen und kommen letztendlich auf einen kleinen Bergrücken. Jenseits geht es leicht bergab zumr sichtbaren Casera Caserata, 1479 m.

80 m vor der Casera Caserata, man muß nicht zu ihr hinunter steigen, seht Ihr linkshaltend bergan einen markierten Holzpfosten, hier führt der grasbewachsene Steig bergan zur Forcella Caserata. Weiter Pfosten leiten uns in die Forcella und über sie hinweg. Großartige Rundblicke über die Friaulaner Dolomiten.

Ab jetzt geht es nur noch bergab zum Lago del Ciul, wo ihr sicher bei warmen Wetter nur ans Baden denkt.

Zuerst recht steil ein Waldstück in östlicher Richtung hinunter, danach offenes Schlangengelände in Kehren bergab und querend wieder in lichten Wald. Nun fast weglos, meist hohes Gras aber ordentlich neu markiert immer im Mischwald bergab, wenige Querungen den Markierungen folgend weit hinunter zur Talsohle dieses wunderschönen Bergtales. Mehrere kleine Wasserquellen löschen unseren Durst.

Direkt nach 2 Stunden ab der Casera Caserata unten am Wildbach angekommen könnten wir auf ebenen Wiesen frei Zelten, dazu treffen zwei Wildbachtäler zusammen, genügend Wasser und ideale Bademöglichkeiten wären hier vorhanden.

Nun fast eben an der linken Uferseite des Wildbaches auf schmalen Steig dahin, über einen kleinen Bergrücken, wieder steiler hinunter, eine weitere Querung und nochmals recht steil tief bergab zum bald sichtbaren Lago del Ciul. Kurz vor der Hängebrücke eine kleine Liegewiese mit direkten Zugang zum Schwimmen im See.

Über die Hängebrücke hinweg und an der nördlichen Uferseite führt ein bequemer Wanderweg zum Ostende des Lago und zur StaumauerGeschafft !


Eine Bilder Gallery zu dieser Gebirgs Seen Trekkingtour

Tief unten der Lago di Sauris
Tief unten der Lago di Sauris
Auch ich hatte nicht immer schönes Wetter - Panorama an der Casera Montof
Auch ich hatte nicht immer schönes Wetter - Panorama an der Casera Montof
Die Casera Montof - eine von mehreren Möglichkeiten zum Übernachten auf dieser Seen - Etappe
Die Casera Montof - eine von mehreren Möglichkeiten zum Übernachten auf dieser Seen - Etappe
Panorama nach Süden aus dem Bereich der Casera Montof betrachtet
Panorama nach Süden aus dem Bereich der Casera Montof betrachtet
Forni di Sotto - hier beim Abstieg von der Casera Montof aus gesehen
Forni di Sotto - hier beim Abstieg von der Casera Montof aus gesehen
Auf dem Anstiegssteig zur Casera Masons
Auf dem Anstiegssteig zur Casera Masons
Landschaftliche Höhepunkte auf dem Weg zum Rifugio Pussa
Landschaftliche Höhepunkte auf dem Weg zum Rifugio Pussa
Auf dem Weg nach Süden - tief da unten steht das Rifugio Pussa
Auf dem Weg nach Süden - tief da unten steht das Rifugio Pussa
Bergpanorama gesehen von der Cima Camosci aus auf dem Steig zum Rifugio Pussa
Bergpanorama gesehen von der Cima Camosci aus auf dem Steig zum Rifugio Pussa
Das eigenwillige Rifugio Pussa - links daneben der stets offene Winterraum
Das eigenwillige Rifugio Pussa - links daneben der stets offene Winterraum
An der Forcella delle Pregoane
An der Forcella delle Pregoane
Landschaftliche Eindrücke unterhalb der Forcella delle Pregoane
Landschaftliche Eindrücke unterhalb der Forcella delle Pregoane
Bergpanorama an der Casera Caserata
Bergpanorama an der Casera Caserata
Abstieg in unberührter Natur in Richtung des Lago del Ciul
Abstieg in unberührter Natur in Richtung des Lago del Ciul
Die ebene Wiese zum freien Zelten in der unmittelbaren Nähe zweier Wildbäche
Die ebene Wiese zum freien Zelten in der unmittelbaren Nähe zweier Wildbäche
Vereinigung zweier Wildbäche und idealer Badeplatz nach der großartigen Bergtour
Vereinigung zweier Wildbäche und idealer Badeplatz nach der großartigen Bergtour
Rückblick auf grandiose Natur eines der schönsten Tälern in den Friaulaner Dolomiten
Rückblick auf grandiose Natur eines der schönsten Tälern in den Friaulaner Dolomiten
Bedingt durch ein Gewitter mußte ich hier mein Zelt aufstellen - gut geschützt, nicht ganz bequem
Bedingt durch ein Gewitter mußte ich hier mein Zelt aufstellen - gut geschützt, nicht ganz bequem
Über diese Brücke dürft Ihr gehn - links am See die Badestelle am Weg des Lago del Ciul
Über diese Brücke dürft Ihr gehn - links am See die Badestelle am Weg des Lago del Ciul